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Anwesende: Lili, Petra, Stefan, Gabriele, Lucia, Hans, Maren, Jan, Anja, Gäste: Hr. Dr. Lechner (FDP), Hr. Wittstadt (SPD)
Treffpunkt: Landhaus Cafe Tagungsraum Isar-Loisach, 19:30-22:15
Austausch mit Bürgermeisterkandidaten
Vorstellungsrunde:
Patrik Lechner: arbeitet bei BMW und setzt sich dort für mehr Umweltverträglichkeit von Autos und mehr Fortschritt bei E-Autos ein. Liberalismus ist ihm wichtig, er versucht seine Themen in die FDP einzubringen, auch wenn er damit bei der eigenen Partei mal aneckt.
Renato Wittstadt: war 13 Jahre bei der Bundeswehr und hat dort in der Offiziersausbildung Pädagogik studiert. Anschließend hat er in der Finanzverwaltung gearbeitet und Finanzwirtschaft studiert. Sein Pädagogik Studium konnte er bei der Aus- und Weiterbildung von Kollegen nutzen. Soziale Gerechtigkeit ist ihm ein großes Anliegen. Ehrenamtlich ist er aktiv in der Lebenshilfe e.V. und im Verein gemeinsam Leben, gemeinsam Lernen, KJR und Jugendleiter des Schachclubs Wolfratshausen. Ihm ist wichtig, der nächsten Generation auch noch eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen.
Wir erörtern mit den Kandidaten 5 Leitfragen:
1. Wie stehen Sie zum Ausbau erneuerbaren Energien
Lechner: er sieht viel Nachholbedarf bei diesem Thema, möchte konkrete Ziele setzen und Zahlen und Fakten transparenter für die Öffentlichkeit machen. Die meisten Möglichkeiten sieht er im Ausbau von PV. Er würde geeignete städtische Dächer suchen, diese mit PV belegen. Er möchte Bürger motivieren in erneuerbare zu investieren, Menschen abholen bei der Energiewende mitzumachen (z.B. Bürgerenergie vorantreiben).
Parkplätze könnten mit PV versorgt werden, Balkonkraftwerke sollen unbürokratischer und damit schneller genehmigt werden. Zusätzlich möchte er die Wirtschaft abholen, um in erneuerbare Energien zu investieren.
Wittstadt: sieht ebenfalls in Wolfratshausen Luft nach oben in der Energiewende. Den aktuellen Stand im Vergleich zu anderen Städten würde er auch gerne mal öffentlich machen und damit die Bürger abholen. Gut ist, dass die Stadt Mitglied in der Energiewende Oberland e.G. ist. Aber diese Möglichkeiten, die das ergibt, sollten mehr genutzt werden. Er sieht die Zusammenarbeit mit anderen Gruppierungen im Stadtrat als notwendig, um Mehrheiten zu finden. Bereits bestehende Photovoltaikanlagen sollten übernommen werden, bevor man über neue Dächer spricht. Darin besteht Potential. Bürgerenergie findet er sehr gut. Er würde sich mit Wasserkraft beschäftigen, es sollte geprüft werden, ob neben dem Kanal auch die alte Floßrutsche genutzt werden könnte. Generell ist er für mehr Informationsrechte für Stadträte.
Jan erläutert unsere Arbeitsweise gemeinsam mit der EGF und der Idee der Bürgerenergie, mit der wir versucht haben, etwas zu bewegen.
Wie stehen Sie zur Solarpflicht für Neubauten?
Lechner: bei größeren Bauten wäre er dafür, bei dem „privaten Häuslebauer“ eher nicht, denn die Kosten sind für den ein oder anderen nicht zu stemmen.
Wittstadt: keine Pflicht ohne Förderung, eher sollte energiesparendes Bauen verpflichtend sein. Er sieht großes Potential im Ansatz, den Verbrauch in Gebäuden zu senken. Auch Altbestand sollte mit Übergangsfristen zum Dämmen verpflichtet werden.
ð Die Runde ist sich jedoch einig, dass die Stadt nur begrenzt Einfluss auf Vorschriften beim Bauen hat. Hans ergänzt, dass in Wolfratshausen der neueste Bebauungsplan eine PV-Pflicht auf mindestens 50% der geeigneten Flächen vorsieht.
2. Welche umweltverträglichen Ideen zur Mobilität und Verkehrssicherheit in Wolfratshausen haben Sie?
Wittstadt: Fahrrad fahren und zu Fuß gehen in Wolfratshausen ist problemlos und gut möglich. Die S-Bahn Verlängerung nach Geretsried glaubt er, dass sich dies lohnt, da aufgrund der Emmissionsersparnis dauerhaft für Wolfratshausen rentiert. Zum Thema Sicherheit sollten schwächere Verkehrsteilnehmer weiterhin gut geschützt werden.
Lechner: Eine Trennung von Radfahrern und Fußgängern sieht er als sinnvoll an. Der Stadtbus sollte abends und am Wochenende fahren, oder es sollten Rufbusse eingerichtet werden. Dafür wären kleine Busse als Stadtbusse meistens ausreichend. Carsharing und Bikesharing sollten weiter ausgebaut werden.
Er ist explizit gegen eine S-Bahn Verlängerung, weil es damit zu viel Versiegelung im Stadtbereich gibt und diese sich ökonomisch & ökologisch nicht rechnet. Er findet den Einzugsbereich in Geretsried für den einen Bahnhof deutlich zu groß, als dass alle Geretsrieder ohne Anfahrt mit Auto o.ä. den Bahnhof erreichen könnten und damit der Nutzen nicht groß ist. Außerdem ist bekannt, dass ein 20 Minuten Takt an der Belastungsgrenze einer eingleisigen Bahnstrecke ist. Als Alternative sieht er eine Otto-Bahn (eine Art Hängebahn).
Zum Thema Sicherheit sieht er ausgewiesene Strecken für Fahrradfahrer als Verbesserungsmöglichkeit, für Schüler fände er geeignete Bushaltestellen sinnvoll.
Gabriele: vermutet aufgrund der eingleisigen Verlängerung eine höhere Unpünktlichkeit. Die Kosten verteilen sich auf Freistaat Bayern (MVV) und Landkreis (Busse), sieht somit die Verlängerung als politisch motiviert und nicht wirtschaftlich. Sie wird ihre Bedenken schriftlich an den Stadtrat einreichen, dann kann es geprüft werden.
3. Wärmeversorgung und Fernwärme
Lechner: Ist für Fernwärme, welche vertretbaren Finanzierungsmodelle möglich wären muss man durchrechnen. Die Stadt sollte bei allen Finanzierungsideen die Kontrolle über das Fernwärmenetz behalten. Solarthermie und Wärmepumpen sind wichtig. Für den Gesamthaushalt muss man eine Lösung suchen, da die Schulsanierung viel Geld kostet und damit wenig Spielraum bleibt. Er sieht die Initialinvestition als teuer an, ist aber überzeugt, dass die Nutzung rentabel ist.
Wittstadt: Kommunale Wärmeplanung ist ein guter Ansatz. Nutzung der Fernwärme sollte auf jeden Fall kommen. Der Stadtrat sollte gemeinsam dafür sorgen, dass das Projekt gelingt. Solarthermie sieht er auch als eine rentable Investition, weil bei vor Ort erzeugter Energie und Wärme auf dem Transportweg nicht so viel verloren geht.
Hinweis von Jan und Hans: Selbst erzeugte Energie über PV und damit die Gewinnung von Wärme ist rentabler als Solarthermie.
Diskussion in der Runde zur Nutzung von Abwärme bei der Kläranlage, Hans meint, dass der Stadtrat darüber auch schon beraten hat, aber die Kosten wohl zu hoch sind, da der Weg von der Kläranlage zum Verbraucher zu weit ist. Lili möchte dazu eine Zweitmeinung einholen.
4. Klimafolgenanpassung
Wittstadt: für Hitzeperioden sollte für mehr Schattenstellen, mehr Grünpflanzen und mehr Bäume gesorgt werden. Gegen die Gefahren bei Starkregen sollten man mit Entsiegelung entgegenwirken, wo dies möglich ist. (z.B. Rasengittersteine statt Asphalt auf Parkplätzen)
Wolfratshausen ist gegen Sturzflut vom Bergwald her gut aufgestellt. Außerdem ist in Wolfratshausen gut, dass der Regen nicht unmittelbar in die Kanalisation fließt und jedes Gebäude einen Entwässerungsplan hat.
Lechner: sieht die Stadt aufgrund der Lage stark gefährdet, was Starkregen und Überflutung anbetrifft, da Wolfratshausen an Flüssen liegt und den Bergwald hat. Entsiegelung sieht er auch als wichtige Maßnahme, dabei sollte bei Bauvorhaben von vornherein Versiegelung vermieden werden. Ein Frühwarnsystem für Starkregen und Risikostellen in Wolfratshausen sollte es geben.
Gegen Hitze sieht er Stadtgrün, kühlende Stellen und Trinkbrunnen als Lösung.
Generell ist ihm wichtig vorzubeugen, bevor etwas passiert.
5. Gesundheitsqualität (Luft, Wasser etc.) in Wolfratshausen
Lechner: Luftqualität in der Schießstättstraße muss besser werden. Ausbau ÖPNV zur Verringerung des Verkehrsaufkommens. Ihm ist bewusst, dass Themen wie Durchgangsverkehr, emissionsfreier Verkehr und Tempo 30 in Wohngebieten zu besserer Luftqualität führen würden. Schrittgeschwindigkeit in bestimmten Gebieten könnte er sich gut vorstellen.
Steigerung der Lebensqualität durch Begegnungsstätten, an denen sich Alt und Jung trifft. Feuerwerk zentral an einem Punkt und z.B. nur von 23:00-1:00 Uhr.
Im Winter wird zu viel gesalzen auf den Straßen, dass ist für Mensch und Tier nicht gut
Wittstadt: Die Wasserqualität in Wolfratshausen ist gut (aber hoher Härtegrad). Auch das Oberflächenwasser z.B. in der Loisach hat Badequalität, der Badeweiher am Campingplatz wäre ein schönes Naherholungsgebiet, bei dem man die Qualität verbessern könnte.
Verbotszonen für Feuerwerk und ein zentrales Feuerwerk wäre gut, denn im Moment ist die Belastung der Umwelt und der Tiere hoch.
Sieht den Durchgangsverkehr nicht so sehr als das Problem, weil Studien sagen, das wären nur 15%, der Ansatz für Lösungen liegt also bei den restlichen 85%. Die Kurzstrecken müssten eher emissionsfrei und das Bewusstsein dafür geschaffen werden.
Die Kandidaten dürfen nun uns Fragen stellen
Lechner: was wären die drei wichtigsten Maßnahmen, die von unserer Seite der Stadtrat verfolgen sollte?
Vorschläge wären: Fernwärme, Entsiegelung, bestehende Konzepte umsetzen, Ausbau erneuerbarer Energien, Radwege bzw. Gleichwertigkeit nicht motorisierter Verkehrsteilnehmer
Wittstadt: Lobt engagierte Gruppen wie Wolfratshausen for Future und speziell Jan, weil es für den Stadtrat kandidiert. Das ist gut und wichtig für die Demokratie. Er würde als Bürgermeister das Wissen und Engagement von Gruppierungen und aktiven Menschen nutzen.
Weitere Fragen, die sich im Laufe des Abends ergeben haben
Wie stehen Sie zur AFD?
Wittstadt: zur Stadtratswahl tritt voraussichtlich auf die AFD an. Er glaubt, dass die bisherige Ausgrenzung nicht zielführend war, man kann den großen Teil der Wähler, die diese Partei wählen nicht ignorieren, sondern muss die Auseinandersetzung im Dialog suchen und mit besseren Argumenten etwas zu erreichten. Sieht die Brandmauer als Kommunikationshindernis und gewählte Personen im Stadtrat als gleichwertig zu allen anderen und mit denen müsse man sich austauschen, argumentieren und diskutieren.
Das Internet ist ein großes Problem, weil die AFD dort so präsent ist.
Lechner: arbeitet mit allen Demokraten zusammen, sieht AFD aber nicht als demokratisch. Von seiner Seite wird es keine Unterstützung von Anträgen seitens der AFD in einem potenziellen Stadtrat geben. Die Brandmauer ist wichtig und muss bestehen bleiben.
Wo können sich die Kinder der Schule im Hammerschmiedweg künftig in der Pause aufhalten, da der große Pausenhof wegfällt?
Dazu haben beide Kandidaten keinen konkreten Vorschlag. Lili könnte sich vorstellen, dass man bei der evangelischen Kirche anfragt, ob diese das Kirchengelände zur Verfügung stellen könnte. Wittstadt hält das jedoch nicht zumutbar für die Kirche.
Ende der Diskussionsrunde und Erörterung der weiteren Wor4Future Themen
Nochmals einen herzlichen Dank an unsere Gäste!
Weitere BM-Kandidaten und Fragen
Rene hat unsere 5 Fragen an die Bürgermeisterkandidaten nochmal bekommen und auch die Kandidaten, die nicht an unseren Sitzungen teilnehmen werden gebeten, die Fragen zu beantworten. Falls diese nicht persönlich Antworten könnten auch Listen/Fraktionen antworten. Wir veröffentlichen Mitte Februar mit Pressemeldung und ggf. Werbung in Zeitung.
Für den Februar-Termin laden wir nochmal BM Heilinglechner (BVW) und Hr. Eibl (CSU) ein. Außerdem Hr. Fleischer (Liste WOR).
Aktion: Jan schickt Einladungen. PMN: Heilinglechner und Eibl haben abgesagt und laden statt dessen zu ihren Veranstaltungen ein. Beide haben die Fragen erhalten, Heilinglechner hat Antworten geschickt.
Plakat-Aktion
Jan hat zwei Plakate gebucht, die in Wolfratshausen zwischen dem 6-16.2 und 17-26.2 hängen werden. Das Design wurde in der Signal Gruppe besprochen, es gibt einen QR Code auf den Plakaten, der zu unserer Webseite führt.
Aktion: Jan macht nochmals A3-Varianten der Plakate, damit Mitglieder diese bei sich an den Gartenzaun o.ä. hängen können. Hans kümmert sich um den Druck. PMN: Plakate können bei Hans abgeholt werden (vorher anrufen)
Klimastreik im Februar
Klimastreik wäre am 27.2 vor der Kommunalwahl: wir möchten nur teilnehmen, wenn es Ideen und Helfer gibt, die uns unterstützen, damit wir uns von früheren Klimastreiks etwas abheben.
Aktion: Hans und Lucia fragen eine Sambagruppe an. Alle: Ideen!
Sattelfest Wolfratshausen Nächstes Sattelfest: Samstag 9.5., wir wurden von Fr. Graf gefragt, ob wir teilnehmen möchten. Entscheid: wir machen Stand mit Kuchenverkauf
Jahresauftakt von For Future and Friends
Am 24.1 ist Jahresauftakt von For Future and Friends, Robin Meserosch von der SPD kommt zum Klimadialog. Thema Erdgas
Ideen und andere Projekte
Im Bezug auf Wärmepumpenbesuch gibt es von Rudi nichts Neues.
Netzwerk KlimaZukunft: alle Initiativen, die darin vorkommen, sollten angeschrieben werden.
Vorschlag Lili: Pflanzung eines Korbiniansapfel in Wolfratshausen. Alle sind dafür, einen geeigneten Standort müssen wir noch finden. Der Kuchenverkauf vom Sattelfest soll dafür hergenommen werden.
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