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Austausch mit Dr. Manfred Fleischer
Vorstellungsrunde der Anwesenden Wor4Future Mitglieder und
Hr. Fleischer: er ist in München geboren und ging in unserem Landkreis zur Schule. Studium Forstwissenschaften in München und Zürich. Er hat zwei Kinder, arbeitete lange im Forstbetrieb, ging dann von der Praxis in die Wissenschaft und hat in der Schweiz gelebt. Wechsel in die Politik und Vertretung der Grünen von 1990-1998 im bayerischen Landtag. Bewertet und verkauft heute Grundstücke und Immobilien. Auch die Bewertung von Wäldern gehört zu seinem Tätigkeitsfeld. Ehrenamtlich ist er engagiert beim BUND Naturschutz und Tierschutz.
Jan erläutert nochmal den Rahmen (KlimaCheck für Bürgerinne und Bürger mit Veröffentlichung. Geschloßene und offene Fragen. Hr. Fleischer kann es vorher einsehen. )
Wir erörtern unsere 5 Leitfragen:
1. Wie stehen Sie zum Ausbau erneuerbaren Energien
Fleischer: es ist noch großes Potential nach oben. Photovoltaik und Solarthermie sollten ausgebaut werden, vor allem auf Dächern, weniger auf Freiflächen. Er findet unsere Ideen und Vorschläge gut, einiges hat der Stadtrat bereits erreicht, z.B. die Vorschrift, dass auf Neubauten Photovoltaik vorgeschrieben ist. Er wäre dafür, dass eine Kooperation der Stadtwerke mit Privatleuten entsteht, um auf möglichst viele Dächer Photovoltaik installieren zu können. Da bräuchte es Impulse für die Zusammenarbeit, genauso für klima- und artenfreundliches Mähen, die Beseitigung von Efeu etc.
Er würde als Bürgermeister intensiv mit der Klimaschutzmanagerin der Stadt zusammenarbeiten, z.B. eine Informationsoffensive starten, um die Bürger im Klimaschutz mehr mitzunehmen. Öffentliche Dächer sollten belegt werden, aber sinnvoll. Eine Baumschutzverordnung ist seiner Meinung nach kein sinnvolles Instrument zum Erhalt für Bäume. Es ist auch mit der Bewertung durch einen Gutachter nicht ausgeschlossen, dass Bäume unrechtmäßig gefällt werden. Die Stadt sollte ein Vorbild für Baumschutz und Photovoltaik sein. Vor allem sollten Föhren und Kiefern bei uns erhalten werden, weil diese hier heimisch und demnach auch resistent sind.
Entsiegelung ist ihm wichtig, Schottergärten sind meist unter dem Schotter betoniert und sollten somit nicht erlaubt sein. Die Bauvorschriften müssten ohnehin besser kontrolliert werden, denn was am Schreibtisch in der Stadtverwaltung vorgeschrieben und in Wirklichkeit umgesetzt wird, ist oft unterschiedlich. (Bsp. Altes Forstamt, bei dem durch die Neubebauung ein riesiger alter Baumbestand verschwunden ist)
2. Thema Klimaanpassung: wie stehen Sie zu Hitzeschutz und Starkregenmanagement
Hr. Fleischer: hat die betroffenen Stellen bei Sturzregen selbst besichtigt. Daraufhin wurde ein Gutachten erstellt, was 4-5 Jahre gedauert hat. Entwässerung im Ober- und Untermarkt sind ein wichtiges Therma, denn z.B. das Absenken der Bürgersteige, wie es ein Plan bei der Umgestaltung der Marktstraße ist, wäre bezüglich einer guten Entwässerung kontraproduktiv. Vor allem aber sollte das Wasser so abgeleitet werden, dass erst gar nicht so viel im Markt ankommt.
Wie stehen Sie zu der Idee einer Schwammstadt?
Hr. Fleischer: das macht nur Sinn bei Neubauten, alle machbaren Maßnahmen, um Wasser abzufangen sind sinnvoll. Auch Wurzeln und Blattflächen halten Wasser ab. Außerdem muss man die Bürger darüber informieren, dass sie auch selbst vorsorgen müssen. Z.B. Kellerschächte gegen Wasser schützen.
3. Wärmeversorgung und Fernwärme
Hr. Fleischer: findet Geothermie nicht gleich Geothermie. Die Idee ist gut, er zweifelt aber am Erfolg der Geothermie in Gelting. Man weiß nicht, für wie viel es reicht und wer von der Wärme profitieren könnte. Theoretisch könnten Geretsried und Wolfratshausen Nutznießer sein. Preise sind aktuell nicht klar und können willkürlich verändert werden. Hauptsächlich wird diese Geothermie für die Industrie interessant.
Für Privathaushalte sieht er eine Holz Hackschnitzelheizung als Nah- und Fernwärme, weil Holz ein nachwachsender Rohstoff ist.
4. Welche umweltverträglichen Ideen zur Mobilität und Verkehrssicherheit in Wolfratshausen haben Sie?
Hr. Fleischer: es gibt Verbesserungsmöglichkeiten der Radinfrastruktur. Fahrradwege sollten in erster Linie gut gepflegt werden. Königsdorfer Straße ist eine Problemzone für Fahrradfahrer. Diese sollten zum Selbstschutz unbedingt mit Helm fahren. Weiterer neuralgischer Punkt ist die Sauerlacherstraße stadtauswärts. Da wird jetzt mit einem verlängerten Fahrradstreifen nachgebessert, was gut ist.
Anstatt sich auf mögliche Fahrradstraßen zu konzentrieren, sollten eher neue Radwege gebaut werden, um bestehende Lücken der Fahrradwege zu schließen. Gefahrenstellen müssen abgemildert werden. Insgesamt gibt es viele gute Ideen der Bürger, die man aufnehmen und umsetzten sollte.
Der ÖPNV in Wolfratshausen sollte eine Ringlinie mit Taktung für den Stadtbus anbieten. Dafür wäre die Bereitstellung entsprechender Finanzielle Ressourcen wünschenswert. Problem ist, dass die Verantwortlichkeit beim MVV liegt.
Die S-Bahn Verlängerung sieht er als sinnvolle Maßnahme für den ÖPNV, allerdings nicht auf der aktuell angedachten Trasse. Außerdem wird dafür nur Geld vorhanden sein, wenn nicht zu viel für die Kriegswirtschaft und aktuelle Krisen ausgegeben wird.
5. Gesundheits- (Luft, Wasser etc.) und Aufenthaltsqualität in Wolfratshausen
Hr. Fleischer: Beschattung vorhandener Sitzflächen, Portable Begrünung, westliches Loisachufer verschönern, Anbringung von Trinkwasserspendern, Krankenhaus erhalten, wohnen und arbeiten nahe zusammenführen (inkl. sicherer Arbeitsplätze), Verdichtung der Bebauung ohne zupflastern der Grünflächen. Vorsicht vor dem Bauturbo der Landesregierung!
Begriff Klimanotstand
Hr. Fleischer: Wolfratshausen hat keinen Klimanotstand und grundsätzlich wird die Klimadebatte zu viel auf Co2 reduziert. Beispielsweise ist Metan viel Klimawirksamer und entsteht z.B. beim Fracking. Das 1,5° Ziel des Pariser Abkommens ist obsolet. Solche Ziele sollte man außerdem nicht um jeden Preis durchsetzen, wenn man die Bürger sowohl finanziell als auch von ihrer Überzeugung nicht mitnehmen kann. Kontraproduktiv sind Wärmepumpen- und E-Auto Ideologien.
Grundsätzlich sollte der Mensch ein Leben im Einklang mit der Natur anstreben, eher sparsam sein als immer mehr Wachstum. Es stellt sich die Frage, wie viele Menschen die Welt ertragen kann.
Global ist der Erhalt der tropischen Regenwälder unerlässlich. Dies ist wichtiger als unser lokales Geschehen in Wolfratshausen oder Deutschland. Globale Einflüsse sind so groß, dass wir davon viel mehr beeinflusst werden, als wir vor Ort retten könnten.
Klimademo 28.2
Noahs Vorschlag, die Klimademo nicht als Anklage gegen etwas oder jemand zu machen, sondern als ein Fest und positives Erlebnis zu machen trifft auf große Zustimmung.
Ablauf: Treffen am Marienplatz, Verantwortliche sollte man erkennen und sie sollten Teilnehmer ansprechen, Lautsprecher wird mehr gehört, wenn er in der Mitte positioniert wird, man könnte die Demo in verschiedene Blöcke aufteilen, die alle positiv Beispiele für Klima und Artenschutz repräsentieren. Motivierte Reden mit einfachen, kurzen Statements, um ein gutes Gefühl zu vermitteln. Rute könnte über den Bahnhof erweitert werden. Statt stummem Spaziergang Programm über die ganze Zeit des Demozuges.
Es werden Kleingruppen für die Themenblöcke gebildet und ein Treffen aller für Mittwoch 11.2 vereinbart, um die einzelnen Vorträge zu koordinieren.
Auftaktveranstaltung von For Future and Friends
Maren und Jan waren dabei und erzählen. Fokus war Kooperation zwischen Klimaaktivisten.
Termine:
- Sattelfest 9.5. mit Kuchen-Stand von un
- Bürgerfest 25.7 , wir haben einen Stand gemeldet
Filmtipp von Lili:
Silent Friend (Zeitgeschichtlicher Film, in der Hauptrolle ein Baum)
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