Ab September saniert das Wasserwirtschaftsamt Weilheim den Uferschutz am linken Loisachufer zwischen Andreas- und Johannibrücke. Auch uns ist Hochwasserschutz wichtig – gerade in Zeiten der Klimakrise. Gleichzeitig sind die Bäume am Ufer an der Loisach selbst Teil des Klimaschutzes und auch wertvoller Lebensraum.
Wir begleiten die Maßnahme öffentlich und dokumentieren hier fortlaufend, was wir erfahren, was wir fragen und was wir als Antwort bekommen. Alles, was hier steht, ist belegbar – Vermutungen kennzeichnen wir als solche.
5. August 2026 – Gibt es Alternativen? Ein Blick nach Landshut
Status: Offene Frage
Das Wasserwirtschaftsamt Weilheim erklärt, eine Alternative zur geplanten Bauweise sei geprüft worden – welche, ist bisher nicht öffentlich. Ein Blick zum Wasserwirtschaftsamt Landshut zeigt, dass es andere Wege gibt: Am Flutmuldendeich wurde die Standsicherheit zwischen 2013 und 2015 über rund 10.000 m² Stahlspundwand hergestellt. Auf der Projektseite der Behörde heißt es, Baumbewuchs sei im städtischen Bereich wertvoll und solle erhalten bleiben; dafür sei der Deich mit einer statisch wirksamen Innendichtung wie Spundwänden zu versehen.
Unsere Frage an das Wasserwirtschaftsamt Weilheim: Wurde eine Spundwandlösung für den Loisach-Abschnitt geprüft – und mit welchem Ergebnis? Wenn ja, bitten wir um die Unterlage. Wenn nein, warum nicht?
Ebenfalls neu: Der NABU hat einen eigenen Antrag eingereicht, auch bei der Unteren Naturschutzbehörde. Im Zeitungsartikel des Isar-Loisachboten hat das WWA erklärt die betroffenen Bäume seien alle nicht älter als 15 Jahre. Anwohner und ältere Wolfratshauser bezweifeln diese Einschätzung, da die Bäume teilweise schon vor 20 Jahren da standen.
Am Mittwoch, 13. August, wird das Thema im Stadtrat – das Wasserwirtschaftsamt ist eingeladen.
4. August 2026 – Dokumentation des Ist-Zustands
Wir haben den aktuellen Zustand des Ufers dokumentiert – bevor die Arbeit am 1. September startet.








3. August 2026 – In der Presse und offener Brief der grünen Stadtratsfraktion
Der Merkur berichtet über den Umfang der Maßnahme. Das Wasserwirtschaftsamt hat 43 Bäume am Uferhang kartiert; nach Auskunft der Behörde können sie nicht erhalten werden. Nachgepflanzt werden soll nur auf etwa der halben Strecke – zwischen Pumpenhäuschen und Seilergassl ist wegen der dortigen Deichlage keine Bepflanzung vorgesehen. Wie die Ersatzpflanzungen konkret aussehen, ist nach Angaben des Amtes noch offen. Die Stadtverwaltung wurde im Herbst 2025 informiert, eine öffentliche Beteiligung gab es nicht. Auf die Kritik daran antwortet das Amt sinngemäß, es sehe wenig Diskussionsbedarf. [Link zum Artikel]
Die Grünen-Stadtratsfraktion richtet einen offenen Brief an das Wasserwirtschaftsamt und fordert die Vorstellung der Planung im Stadtrat, eine öffentliche Informationsveranstaltung und die Offenlegung der Planungsunterlagen. Wir teilen diese Forderung – passend auch zu unserem Antrag ans WWA. Ergänzend fragen wir uns: Wurde für jeden der 43 Bäume einzeln geprüft, ob er durch eine angepasste Bauweise erhalten werden kann? Und liegt das Ersatzpflanzungskonzept vor Baubeginn vor? Unser Antrag auf Einsicht in die Unterlagen läuft.
[Link zum offenen Brief]
02.08.2026 — Wir fragen nach
Status: Antwort ausstehend
Wir haben beim Wasserwirtschaftsamt Weilheim einen Antrag auf Zugang zu Umweltinformationen gestellt (Art. 3 BayUIG). Wir wollen wissen: Wie viele Bäume werden gefällt? Wurden naturnahe Sicherungsverfahren als Alternative zum Einbau von rund 4.500 Tonnen Wasserbausteinen geprüft? Und welcher Ersatz ist vorgesehen? Sobald wir Antworten haben, stehen sie hier.
Unser Antrag an das WWA Weilheim
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit beantragen wir gemäß Art. 3 Abs. 1 BayUIG i. V. m. § 3 UIG Zugang zu den nachfolgend bezeichneten Umweltinformationen zur Maßnahme „Sanierung des Uferschurzes zwischen Andreas- und Johannibrücke in Wolfratshausen”:
- Landschaftspflegerischer Begleitplan bzw. entsprechende naturschutzfachliche Planunterlage.
- Spezielle artenschutzrechtliche Prüfung (saP) sowie artenschutzrechtliche Ausnahme-/Befreiungsentscheidung, insbesondere zum festgestellten Biberbesatz (Anhang IV FFH-RL, § 44 BNatSchG).
- Umfang der Gehölzentnahme östlich des Uferweges: Baumzahl, Stammumfänge, betroffene Fläche, Umgang mit Habitat- und Höhlenbäumen; ferner der genaue Zeitraum der Fällungen im Hinblick auf § 39 Abs. 5 BNatSchG.
- Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmenkonzept mit Art, Umfang, Standort, Zeitpunkt und Entwicklungspflege.
- Variantenuntersuchung zur Bauweise einschließlich Prüfung ingenieurbiologischer Sicherungsverfahren als Alternative zum Einbau von rd. 4.500 t Wasserbausteinen, mit Begründung der Variantenwahl.
- Wasserrechtliche Zulassung der Maßnahme sowie Bewertung nach § 27 WHG (Verschlechterungsverbot).
- Fachliche Bewertung der Staulegung am Kastenmühlwehr hinsichtlich Fischfauna und Makrozoobenthos sowie die vorgesehenen Schutz- und Bergungsmaßnahmen.
- Leistungsbeschreibung der ökologischen Baubegleitung.
Wir weisen darauf hin, dass Umweltinformationen nach Art. 4 Abs. 2 BayUIG spätestens innerhalb eines Monats zugänglich zu machen sind. Da der Baubeginn für den 1. September angekündigt ist und die Fällungen anschließend erfolgen sollen, ist der Antrag eilbedürftig; eine Auskunft erst nach Durchführung der Maßnahme würde den Zweck des Informationszugangs vereiteln. Wir bitten daher um Übermittlung bis zum 21. August 2026 oder um eine begründete Zwischennachricht.
Die Übermittlung in elektronischer Form ist ausreichend. Sofern Gebühren anfallen, bitten wir vorab um Mitteilung der voraussichtlichen Höhe; für einfache Auskünfte gehen wir von Gebührenfreiheit aus. Sollten einzelne Unterlagen nach Art. 7 oder Art. 8 BayUIG teilweise zurückgehalten werden, bitten wir um Zugang zu den nicht betroffenen Teilen sowie um eine Begründung.
Mit freundlichen Grüßen
Jan Reiners
Wolfratshausen for Future
31. Juli 2026 — Weilheim kündigt Maßnahmen am Loisachufer an
Status: Ausgangslage
Das Wasserwirtschaftsamt Weilheim informiert über die geplante Sanierung des Uferschutzes am linken Loisachufer zwischen Andreas- und Johannibrücke. Begründet wird sie mit der nachlassenden Standsicherheit der Böschung nach mehreren Hochwasserereignissen; zusätzlich wurden Bibergänge in der Uferböschung festgestellt. Vorgesehen sind eine Staulegung am Kastenmühlwehr, eine Baustraße in der Loisach ab September und der Einbau von rund 4.500 Tonnen Wasserbausteinen mit bis zu vier Baggern ab Oktober. Baubeginn ist der 1. September, der Abschluss ist bis Weihnachten geplant.
Für uns zentral: Die Ankündigung nennt Gehölzfällungen östlich des Uferweges, aber keinen Umfang – keine Baumzahl, keine Fläche, kein Wort zu Ersatzpflanzungen. Wir haben Sorge, dass das ähnlich wie am Isar-Kanal zwischen Farchet und Gelting einen Kahlschlag gibt. Die Ankündigung erfolgt erst 30 Tage vor Beginn in der Ferienzeit.

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