Was passiert eigentlich?
Drei aktuelle Analysen – vom britischen Met Office, dem Klimaforscher Zeke Hausfather und dem Team um James Hansen – zeichnen ein einheitliches Bild: Auch 2026 wird global deutlich wärmer als das vorindustrielle Niveau, und bis 2027 könnte ein neuer Temperaturrekord erreicht werden.
Das Met Office prognostiziert für 2026 eine globale Durchschnittstemperatur von etwa +1,46 °C über dem Referenzzeitraum 1850–1900. Damit würde das Jahr zu den vier wärmsten seit Beginn der Messungen gehören. Laut Zeke Hausfather liegt die beste Schätzung sogar leicht höher, bei +1,47 °C (nach der NASA-GISTEMP-Skala), bevor gegen Ende 2026 ein neuer El Niño die Temperaturen weiter anhebt. James Hansen geht noch weiter: Er erwartet nach einer kurzen Abkühlung Anfang 2026 einen Anstieg auf bis zu +1,7 °C im Jahr 2027.
Update (März 2026): Die Zeichen stehen auf „Super El Niño“ Neue Daten aus dem Frühjahr 2026 verschärfen die Prognosen drastisch. Während Zeke Hausfather Anfang des Jahres noch von einer moderaten Erwärmung ausging, deuten aktuelle Modelle nun auf die Entstehung eines „Super El Niño“ hin. Messungen der Wärmeenergie in den oberen 300 Metern des Pazifiks zeigen einen steilen Anstieg, der mit historischen Extremereignissen wie 2015/2016 vergleichbar ist. Hausfather warnt, dass 2027 dadurch ein neues Rekordjahr werden könnte – möglicherweise mit einem deutlichen Abstand zum bisherigen Maximum. Auch James Hansen bestätigt diese Entwicklung und sieht den Höhepunkt der Erwärmung in der ersten Jahreshälfte 2027.
Warum das wichtig ist:
Alle drei Forscherteams sehen damit eine dauerhafte Überschreitung der 1,4 °C-Marke – und eine wiederholte Annäherung an 1,5 °C, das zentrale Ziel des Pariser Abkommens. Die anhaltende Erwärmung ist nicht allein auf natürliche Schwankungen zurückzuführen: Hansen verweist auf die abnehmende kühlende Wirkung von Aerosolen (z. B. durch strengere Luftreinhaltepolitik), während Hausfather einen beschleunigten Erwärmungstrend von 0,27 – 0,31 °C pro Jahrzehnt bestätigt. Das Met Office warnt, dass jedes Zehntelgrad zusätzlich die Risiken für extreme Wetterereignisse und irreversible Kipppunkte erhöht.
Die Ergebnisse zeigen auch, wie stark kurzfristige Klimaeffekte wie El Niño mit dem menschengemachten Trend interagieren. Selbst bei neutralen ENSO-Bedingungen wird die globale Mitteltemperatur heute nicht mehr unter 1,3 °C fallen – ein Niveau, das vor nur einem Jahrzehnt noch als Rekord galt.
Hintergrund-Update: Streit um die Klimasensitivität Die aktuelle Debatte zwischen Klimaforschern hat sich damit im März 2026 zugespitzt. James Hansen kritisiert in einer neuen Analyse scharf, dass viele etablierte Modelle die Geschwindigkeit der Erwärmung unterschätzen. Er argumentiert, dass die „Klimasensitivität“ – also die Reaktion der Erde auf CO2 – mit 4 °C bis 5 °C deutlich höher liegt als die bisher angenommenen 3 °C. Der Grund: Durch die sauberere Luft (weniger kühlende Aerosole durch Schiffsabgase) falle ein Schutzschild weg, was die Aufheizung der Ozeane massiv beschleunige. Während einige Experten noch zur Vorsicht mahnen, sieht Hansen in den Rekordtemperaturen der Tiefsee den Beweis für eine „außergewöhnliche Beschleunigung“ des Klimawandels. Hansen gilt mit dieser Position als Außenseiter, hat aber mit seinen Modellen, die er 1988 dem US-Senat präsentierte, schon einmal recht behalten.
Was wir konkret tun können:
Die Prognosen verdeutlichen, dass sich das Zeitfenster zum Erreichen der Klimaziele rapide schließt. Entscheidend sind:
- Rasche Senkung der fossilen Emissionen – insbesondere durch den Ausbau erneuerbarer Energien und den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas bis spätestens 2035.
- Politische Priorisierung von Klimaanpassung: Frühwarnsysteme, Hitzeschutzpläne und Katastrophenvorsorge müssen beschleunigt umgesetzt werden.
- Unterstützung der Klimawissenschaft – unabhängige Forschung und öffentliche Kommunikation, wie sie Hansen, Hausfather und das Met Office leisten, helfen, Fehlinformationen zu begegnen und politische Entscheidungen evidenzbasiert zu gestalten.
- Persönlich – politisches Engagement für Klimamaßnahmen sind wichtiger denn je. Aber auch persönliche Vorsorge wird wichtig: die Anpassung der Reiseplanung (z. B. „Cool-cations“ im Norden statt Sommerhitze im Süden) sowie – je nach Wohnort und eigenem Risiko – die Installation effizienter Klimaanlagen.
Quellen
- Met Office (2025): 2026 outlook: likely another year above 1.4°C, 18. Dezember 2025.
- Hausfather, Z. (2025): My 2026 and 2027 global temperature forecasts, The Climate Brink, 20. Dezember 2025.
- Hansen, J. E. et al. (2025): Global Temperature in 2025, 2026, 2027, Climate Uncensored, 18. Dezember 2025.
Hinweise
Dieser Beitrag wurde auf Grundlage dreier unabhängiger wissenschaftlicher Veröffentlichungen (Met Office, Zeke Hausfather, James Hansen) erstellt. Die redaktionelle Synthese erfolgte durch das Netzwerk Klimazukunft unter Einsatz von KI-gestützter Textanalyse, geprüft und eingeordnet durch einen menschlichen Redakteur.

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