Plakat Energiewende

Energiewende vor Ort – Stand 2025

48 % der erneuerbaren Energie für ein klimaneutrales Wolfratshausen sind erreicht.
Das steht auf unseren Plakaten – und ist gleichzeitig eine gute Nachricht und eine klare Aufgabe. Auf dieser Seite erklären wir,

Woher kommen diese Zahlen?

Die Angaben zur erneuerbaren Stromleistung in Wolfratshausen stammen aus dem Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur (Stand: Dezember 2025). Erfasst sind dort unter anderem Photovoltaik-, Wasserkraft- und andere erneuerbare Anlagen in Wolfratshausen.

Das Ziel von 28 MW installierter Leistung leitet sich aus der Studie „Wege zu einem klimaneutralen Energiesystem“ des Fraunhofer-Instituts ab. In dieser Studie von 2024/2025 wurde für jedes Bundesland berechnet, wie viel erneuerbare Energien es bis wann braucht, um Deutschland bis 2045 klimaneutral zu machen (technologieoffenes Szenario). Wir haben dieses Ziel auf Wolfratshausens heruntergebrochen.

Diese Daten wurden über Netzwerk Klimazukunft ausgewertet, eine offene Daten-Plattform für Kommunen. Netzwerk Klimazukunft macht sichtbar, wie sich Städte in Bereichen wie Mobilität, Sicherheit, Energiewende und Klimaschutz entwickeln – auf Basis öffentlicher Statistiken und Daten. Die Plattform wurde von uns aufgebaut und wird derzeit weiterentwickelt.

👉 Alle Daten zur Energiewende in Wolfratshausen findest du unter diesem Link

Wie sind die Zahlen einzuordnen?

Die gute Nachricht zuerst: Wolfratshausen ist mit 48 % beim Ausbau erneuerbarer Energien bereits auf halbem Weg. Positiv ist der starke Ausbau der Dach-PV mit über 9 MW Leistung sowie ein hoher Anteil an Stromspeichern, der das lokale System stabilisiert. Davon wurden über 6 MW nur in den letzten 3 Jahren zugebaut – hauptsächlich durch private Personen. In den kommenden Jahren wird Wasserkraft am Isarkanal oder eine PV-Freiflächenanlage am Bergwald hinzukommen.

Die andere Seite der Medaille: im Vergleich zu anderen Kleinstädten in Bayern liegt Wolfratshausen auf Platz 464 von 496 Städten bei der Zielerreichung. Und die zweite Hälfte zum Ziel ist die schwierigere. Denn:

  • große, leicht umsetzbare Flächen sind oft schon genutzt,
  • in Wolfratshausen gibt es wenig Freiflächen und keine Option für Windkraft. Wir müssen die Dächer nutzen.
  • weitere Schritte brauchen Planung, Beteiligung und/oder politische Entscheidungen

48 % bedeuten also ein solider Anfang, aber kein Selbstläufer. Klimaneutralität entsteht nicht durch Stillstand auf halber Strecke, sondern durch konsequentes Weitergehen.

Was du tun kannst

Die Energiewende gelingt nur, wenn auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig gehandelt wird: politisch, privat und wirtschaftlich. Jede dieser Ebenen hat eigene Hebel – und alle sind wichtig.

Politische Ebene: Die Rahmenbedingungen setzen

Viele der entscheidenden Weichen für die Energiewende werden auf kommunaler Ebene gestellt. Dazu gehören insbesondere:

  • Konsequente Nutzung aller geeigneten öffentlichen Dächer für Photovoltaik (Schulen, Turnhallen, KiTas, Verwaltungsgebäude).
  • Solarpflicht in neuen Bebauungsplänen. Die haben etliche andere bayrische Städte schon vorgemacht.
  • Bei Neubau und Renovierung öffentlicher Gebäude und deren Dächer erneuerbare Energien von Anfang an in der Verwaltung und im Bauausschuss mitdenken (Stichwort Dachlast und Diskussionen bei so mancher KiTa in Wolfratshausen).

Diese Entscheidungen werden im Stadtrat getroffen. Mit Blick auf die anstehende Kommunalwahl in 2026 ist jetzt der richtige Zeitpunkt, dieses Thema gegenüber Kandidatinnen und Kandidaten klar zu benennen und einzufordern.

Privat: Möglichkeiten im eigenen Umfeld nutzen

Auch ohne politische Mandate gibt es viele konkrete Ansatzpunkte, die man selber umsetzen kann.

Für Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer:

  • Prüfen, ob das eigene Dach für eine Photovoltaikanlage geeignet ist.
  • Auch kleine oder teilverschattete Dächer können heute oft wirtschaftlich genutzt werden.

Für Wohnungseigentümergemeinschaften (WEGs):

  • Mieterstrom- oder Gemeinschaftsmodelle prüfen, bei denen mehrere Parteien vom erzeugten Solarstrom profitieren. Ein Beispiel findet sich hier.
  • Gespräche in der Eigentümerversammlung anstoßen – oft fehlt nicht die Technik, sondern der erste Impuls.

Für Mieterinnen und Mieter:

  • Gespräch mit Vermieterinnen und Vermietern suchen: Interesse an Photovoltaik, Mieterstrom oder gemeinschaftlicher Versorgung ansprechen. Oft fehlt nicht der Wille, sondern ein konkreter Anstoß.
  • Mieterstrom-Modelle unterstützen: Bei Mieterstrom wird Solarstrom direkt im Gebäude erzeugt und vor Ort genutzt – günstiger, lokal und klimafreundlich. Je mehr Mieter:innen Interesse signalisieren, desto attraktiver wird das Modell für Eigentümer.
  • Balkonkraftwerke prüfen: Kleine steckfertige Solaranlagen können – je nach Situation und Zustimmung – auch für Mietwohnungen eine Möglichkeit sein, selbst Strom zu erzeugen.
  • Bürgerenergiegenossenschaft: auch mit kleinen Beiträgen ab 200 EUR kann man einen Beitrag leisten.

Unternehmen: Flächen bereitstellen, Verantwortung übernehmen

Gewerbliche Dächer und Flächen haben ein besonders großes Potenzial für die Energiewende. Unternehmen können:

  • eigene Dachflächen selbst für Photovoltaik nutzen, um Stromkosten zu senken,
  • oder Flächen zur Verfügung stellen, wenn sie nicht selbst investieren möchten (z. B. für Stadtwerke, Energiegenossenschaften oder Projektpartner).

Warum das wichtig ist

Eine erfolgreiche Energiewende bedeutet für Wolfratshausen:

  • weniger Abhängigkeit von fossilen Importen
  • stabilere und planbare Energiekosten
  • lokale Wertschöpfung
  • aktiven Klimaschutz vor Ort
  • mehr Zukunftssicherheit für kommende Generationen

48 % sind ein Anfang. Jetzt weiter zum Ziel.

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