An die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen

Tote Bäume auf dem Großen Rachel in Bayern, Deutschland.
Tote Bäume auf dem Großen Rachel in Bayern, Deutschland. Quelle: WikiMedia

Liebe Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen,

dieser Sommer war durch Hitze und Dürre geprägt. Wie schon vier der vergangenen fünf Sommer in Deutschland und großen Teilen Europas. Auch bei uns im Landkreis zeigt sich, dass wir inzwischen voll im Klimawandel angekommen sind. Die Kiefern in der Pupplinger Au stehen durch die Kombination aus Hagel und Dürre vor dem Aus. Die Anzahl der Amphibien im Landkreis nimmt weiterhin Jahr für Jahr ab. Fische in Isar und Loisach sterben.

Klimaschutz wirkt

Diese Berichte sind nur der Vorgeschmack der zunehmenden Klimakrise und können mut- und hoffnungslos machen. Doch es gibt auch gute Nachrichten aus der Forschung: Klimaschutz wirkt viel schneller, als viele Menschen denken. Würde die Menschheit den Ausstoß an Treibhausgasen stoppen, wäre das schon nach wenigen Jahren an den Temperaturen der Erde zu merken.

Klimaschutz ist also kein “links-grünes Projekt”, sondern wichtig für die unmittelbare Zukunft unserer Heimat, für uns Menschen vor Ort und unsere Kinder. Die schlimmsten Auswirkungen der Erderhitzung zu verringern muss die höchste Priorität für uns als Gesellschaft sein. Die Anpassung an deren Folgen muss mehr Fokus bekommen, immerhin zählt unser Landkreis zu den Gebieten mit dem höchsten Risiko für Starkregen in Deutschland. Und auch hier eine gute Nachricht: alle Technologien, die wir für ein Ende der Emissionen benötigen, sind heute schon vorhanden. ​​

„Die Kommunen (…) sind die Orte, wo in Zukunft unsere erneuerbaren Energien herkommen werden“, sagt der Physiker und Moderator Prof. Harald Lesch. „All die Gemeinderäte, Stadträte und Bürgermeister sollten sich die Energiewende unter ihren Nagel reißen.“ Mit der Energiewende Oberland könnten wir bis 2035 klimaneutral sein. Dadurch sparen wir außerdem Kosten für Energie und verhindern, dass energieintensive Unternehmen (und damit Arbeitsplätze) in Regionen abwandern, in denen Erneuerbare Energien lokal produziert werden.

Lokale Politik zieht nicht mit

Die letzte Energiebilanz der Energiewende Oberland lässt aber daran zweifeln, dass wir das Ziel erreichen werden. Zwar bauen insbesondere die Bürger bei uns Photovoltaik aus, aber  wir benötigen unter anderem den Ausbau von Windkraft, Wasserkraft und Fernwärme. Nach wie vor stimmen die weiteren Rahmenbedingungen aus der lokalen Politik nicht, hier an drei Beispielen gezeigt:

Diese Politiker scheinen die Klimakrise in ihrer Tiefe nicht verstanden zu haben, haben nicht verstanden, dass Klimaschutz auch Heimatschutz im konservativsten aller Sinne ist. Es fehlen Visionen und Handlung.

Zusammen ein Unterschied

Ist also doch alles hoffnungslos? Nein, denn zusammen können wir einen Unterschied machen. Lasst uns gemeinsam diese Politiker an Ihre Verantwortung erinnern, wenn wir uns am 23. September in Wolfratshausen (16h00 am Marienplatz) und in Bad Tölz (13h00 am Rathaus) ein weiteres Mal den globalen Klimademonstrationen anschließen. Oder kommt zur nächsten Stadtrats-Demo: Seit einem Jahr erinnern wir die Wolfratshauser Stadträte jeden Monat vor den Stadtratssitzungen an Ihre Verantwortung (nächster Termin 20. Sept um 17h30 vor der Loisachhalle). Trag Dich in unseren Verteiler oder in unseren Social Media Kanälen ein, um zu erfahren, was als nächstes geplant ist.

Ihr habt da keine Zeit oder seid zu weit weg von diesen Städten? Wendet Euch direkt an Eure politischen Vertreter. Wir unterstützen Euch mit Vorlagen und E-Mail-Adressen. Oder Ihr gründet in Eurer Gemeinde eine eigene Bürgerinitiative – es gibt viele Hilfen dazu (z.B. auf klimawende.org oder bei German Zero). 

Wie auch immer Ihr es macht: Macht deutlich, dass Klimaschutz nicht egal ist!

Bürger beim Klimastreik - März 2022
Wolfratshauser Bürger beim Klimastreik im März 2022

Gemeinsam klimaneutral

Du bist eine lokale Politikerin oder Politiker und ärgerst Dich gerade über diesen Text? Weil Du mit Forderungen überschüttet wirst. Weil Du kein Budget hast. Weil die Verwaltung schon überlastet ist? Auch Du bist nicht allein und Du musst das Rad nicht neu erfinden.

Wir schreiben diesen Text in vollem Bewusstsein, dass dies eine Gemeinschaftaufgabe und sehr viel zu tun ist. Es gibt aber unendlich viele positive Beispiele aus anderen Gemeinden, die sich bereits auf den Weg gemacht haben. Es gibt erprobte Lösungen und Bürgerinnen und Bürger, die dabei helfen wollen. Seit einem Jahr schon möchten wir mit den Stadtrats-Fraktionen und dem Bürgermeister ins Gespräch kommen – und sind weiterhin bereit dazu, zusammen zu arbeiten.

Wie wäre es, wenn unsere Gemeinde bis 2035 klimaneutral ist? Nicht nur bei der Energiewende, sondern auch in der Mobilität, beim Gebäudebau, und vielem mehr.

Lasst uns Klimaschutz in unserem Landkreis und in unseren Gemeinden gemeinsam anpacken!

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