Vision: Fossilfreie Mobilität

Vision der Mobilität

Alle Verkehrsteilnehmer fühlen sich sicher. Auf die schwächsten Verkehrsteilnehmer wird besonders geachtet. Die verschiedenen Arten der Mobilität greifen nahtlos ineinander. Das Fahrrad und der öffentliche Verkehr sind eine echte Alternative zur individuellen motorisierten Mobilität. Kraftfahrzeuge können stau- und stressfrei in der Stadt genutzt werden.

Ein auf unsere Stadt zugeschnittenes Mobilitätskonzept

Ein auf die lokalen und überörtlichen Gegebenheiten ausgelegtes Mobilitätskonzept ist eine Voraussetzung, um eine sinnvolle Verknüpfung aller Verkehrsarten zu ermöglichen. Die Stadt Kempten im Allgäu hat 2018 ein Mobilitätskonzept entwickelt, das von den Stadträten einstimmig verabschiedet wurde und 160 konkrete Maßnahmen definiert, um den öffentlichen Personennahverkehr sowie den Rad- und Fußgängerverkehr zu stärken. 

Verschiedene Formen des Fahrrades als wichige Komponenten im Individualverkehr

Eine sehr wichtige Rolle im individuellen Verkehr wird das Fahrrad spielen. Die Vorteile: keine Abgase, kaum Feinstaubbelastung, geringer Platzbedarf, geringe Kosten (Anschaffung, Energie, keine Steuer und Versicherung, geringe Wartungskosten), es gibt immer einen Abstellplatz. Es ist in der Stadt erwiesenermaßen das schnellste Fortbewegungsmittel. Außerdem nicht zu unterschätzen: es fördert die Gesundheit – solange man dabei nicht unter die Räder kommt.

Kommunen sind keineswegs machtlos, wenn es um fahrrad- und fußgängerfreundliche Straßen geht. Denn es gibt das Straßenrecht. Zwar nicht auf Staatsstraßen, dafür aber auf allen eigenen Straßen hat eine Kommune die Widmungshoheit. Sie kann jede Straße nach Belieben dem Fuß- oder Fahrradverkehr widmen und zu diesem Zweck sogar Poller aufstellen.

Sicher ist das Fahrrad nicht für alle Fahrten geeignet. Aber viele Autofahrten können dennoch vermieden werden, wenn einerseits das Wegenetz verbessert wird und andererseits Autofahrten erübrigt werden. Außerdem hat das Angebot an spezialisierten Rädern stark zugenommen. Es gibt Räder für den sicheren und trockenen Transport von Kindern, Räder für den größeren Einkauf, Lastenräder, Räder speziell für Lieferservices und vieles mehr. Für alle Radtypen gibt es mittlerweile E-Motor Unterstützung. Dadurch steigen die Reichweiten erheblich. Je attraktiver die Politik die Bedingungen gestaltet, desto mehr Menschen werden sogar im ländlichen Raum aufs Rad umsteigen, wo immer es möglich ist. 

Foto: Nicola, Wikimedia Commons, CC-by-sa 4.0

Foto: BikeTexas via Flickr, CC BY-NC 2.0

 Foto: Mark Stosberg via Flickr, CC BY-NC-SA 2.0

Eine Lastenrad-Förderung, wie sie Wolfratshausen durchführt,  ist ein sehr gutes Mittel, um diese Entwicklung zu fördern. Ein wichtiger Aspekt, der über die breite Nutzung des Fahrrads entscheidet, ist aber die Radsicherheit.  Alle Radfahrenden müssen sich auf unseren Straßen und Wegen wohl fühlen, unabhängig von Erfahrung und Alter. Es muss eine Radinfrastruktur geschaffen werden, die zum Radfahren einlädt, Sicherheit vermittelt, nicht nur für Menschen, die sich sowieso sicher fühlen. 

Bei jeder verkehrspolitischen Entscheidung sollten deshalb die Bedürfnisse nicht-motorisierter Verkehrsteilnehmer mit gleich hoher Priorität berücksichtigt werden wie die Erfordernisse der Autoverkehrsführung. So können außerdem Kosten für halbherzige und wenig nützliche Projekte wie eine schmale und nur teilweise umgesetzte Fahrbahntrennung vermieden werden.

Laut Statistischem Bundesamt ist bei den Fahrradfahrern ein Pkw der häufigster Unfallgegner in Deutschland (71,9 % in 2020). Dabei ist der Radfahrer nur zu 24,8% Hauptverursacher des Unfalls. 

Unfälle mit Fahrradbeteiligung in Wolfratshausen 2018 – 2020. Jeder gelber Punkt stellt einen Unfall dar. Linien geben die Unfallhäufigkeit mit Personenschaden an.
Quelle: Bundesamt für Statistik

Es gibt eine Untersuchung der Stadt Portland, die belegt, dass 60% der Bevölkerung mehr Fahrrad fahren würden, aber von der Angst vor dem Autoverkehr davon abgehalten werden (und nicht aufgrund von Faulheit oder der Angst vor anderen Radfahrern, Fußgängern oder Stürzen). Das lässt sich auf jede andere Stadt übertragen, in der der Autoverkehr den Ton angibt. Da ein Radwegenetz aufgrund der engen Straßen bei uns schwerer umzusetzen ist als in anderen Städten, ist hier umso mehr ein kluges Mobilitätskonzept von Nöten, das den Verkehrsfluss und die Engstellen berücksichtigt. Die Stadt Konstanz hat beispielsweise mit sogenannten Fahrradstraßen sehr gute Erfahrungen gemacht, in denen einzelne Straßen Vorfahrt für Fahrradfahrer einräumt. In vielen Städten der Welt werden Radwege und Radstreifen eingefärbt, um sie besser sichtbar zu machen und dadurch die Verkehrssicherheit zu steigern. In Wien konnte man dadurch die Konfliktsituationen um bis 70% reduzieren.

In Wolfratshausen würde die schon genannte generelle Höchstgeschwindigkeit innerorts von 30 km/h und ein durchdachtes Konzept für Fahrräder und Fußgänger die Sicherheit und Lebensqualität erheblich erhöhen.

Öffentlicher Nahverkehr

Wenn man nicht mit dem Fahrrad hinkommt, sollte man mit dem ÖPNV hinkommen. Am besten in Kombination. 

Dass sinnvolle Erweiterungen und gute Angebote des öffentlichen Verkehrs angenommen werden, zeigt die Nutzung der X-Busse und der Erfolg des 9-Euro Tickets. Um Lücken im öffentlichen Nahverkehr und seinen Services aufzudecken, braucht es ein umfassendes Mobilitätskonzept für Wolfratshausen. In Zusammenarbeit mit dem Landkreis und anderen Städten können Lücken im öffentlichen Nahverkehr systematisch geschlossen werden. 

E-Mobilität und Car Sharing

Der individuelle motorisierte Verkehr, der mittlerweile vollständig durch Elektroautos abgedeckt werden kann, spielt eine wichtige Rolle, um allen weiteren Anforderungen an Mobilität gerecht zu werden. Mit neuer Akku-Technologie sind Reichweiten erreichbar, die auch Fernreisen erlauben. Die ausreichende Haltbarkeit der Akkus hat sich mittlerweile auch praktisch bestätigt. Die von der Elektromobilität benötigte Energie kann durch regenerative Quellen bereitgestellt werden. Autos stehen im Mittel 23 Stunden am Tag. Wenn es ausreichend Ladestationen (z.B. auch bei der Arbeit) gibt, kann Elektromobilität ein wichtiger Bestandteil bei der Pufferung von regenerativen Energiequellen sein. Damit können diese noch besser genutzt werden (z.B. ohne Abschaltungen von Windrädern zur Verhinderung einer Überlastung). 

Eine wichtige positive Eigenschaft der Elektromobilität ist, dass in der Stadt dadurch keine Abgase entstehen. Gerade Kindern würde das helfen, da sie den Abgasen von Autos mit Verbrennungsmotor mehr ausgesetzt sind als Erwachsene. Auch E-Busse für den öffentlichen Nahverkehr setzen sich immer mehr durch.

Für die Sicherheitsbedenken bei der Elektromobilität (Brandgefahr, Geräuschlosigkeit) gibt es mittlerweile Technologien, welche die Risiken vermindern. Moderne Lithium-Ionen Akkumulatoren sind, nachdem sie für Elektroautos nicht mehr geeignet sind, für alternative Zwecke nutzbar (z.B. als Pufferspeicher im Haus) oder bis zu 97 % recyclebar. 

Ein gemäß Mobilitätskonzept ausgerichtetes Netz von Ladestationen in Wolfratshausen würde es erlauben, Elektromobilität als wichtige Komponente ins Energiemanagement einzubinden und auch Menschen ohne private Ladestation den Umstieg in die Elektromobilität erleichtern. 

Aber braucht denn jeder ein oder sogar zwei Autos? Für Gelegenheitsfahrer in großen Städten hat sich Car-Sharing bereits durchgesetzt. Auch in Wolfratshausen könnte man mit klugen Konzepten E-Autos miteinander teilen. Dies spart Anschaffungskosten und Parkplätze. Für Kommunen gibt es 70 % Förderung im Programm “Klimaschutz in Kommunen” für Mobilitätskonzepte mit CarSharing.

LösungBeschreibungUmgesetzt in…
Tempo 30 innerortsDurchsetzung einer innerörtlichen Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h, auch auf der Staatsstraße – kein Abwarten auf eine deutschlandweite LösungInning
(zus. Info-quellen: A und B)
MobilitätskonzeptErstellung eines Mobilitätskonzepts unter Berücksichtigung aller Verkehrsteilnehmer und VerkehrsmittelKempten
Bad Säckingen
Ausbau Ladeinfrastruktur ElektromobilitätInstallation von Ladestationen für Elektromobile gemäss der Ergebnisse des Mobilitätskonzepts. Auch kommunale Stromtankstellengemäß Mobilitäts-
konzept
ÖPNVSchließung der Lücken im ÖPNV und Wechsel zu E-Bussengemäß Mobilitäts-
konzept
Bürgersymposium RadverkehrEinbindung der Bürger bei der Erarbeitung des Radverkehrs-konzepts Münster
RadwegenetzBau eines Radwegenetzes unter Einbezug aller Radfahrer Profile mit dem Ziel der maximalen Sicherheit und dem Vorrang vor Automobilverkehrgemäß Mobilitäts-
konzept
Car-SharingE-Autos mit anderen Menschen zusammen nutzen und die Kosten teilenBad Tölz
Weilheim
Starnberg
Pöcking
Schondorf
Bad Säckingen

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